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Der Zahnwechsel beim Hund

Auch Hundewelpen haben Milchzähne, die wie die Milchzähne von Kindern irgendwann ausfallen. Hund zeigen jedoch einen relativ frühen Zahnwechsel, so dass sie bereits im jugendlichen Alter ihr voll funktionsfähiges Hundegebiss besitzen. 

 

Der Zahnwechsel im Überblick 

Hundewelpen sind bei Geburt zahnlos. Seine 28 Milchzähne werden bis etwa zum 6. Lebensmonat durch 48 bleibende Zähne (auch Dauerzähne) ersetzt. 

Im Alter von zwei bis vier Wochen ist der Welpen noch mit seiner Mutter und den Wurfgeschwistern zusammen. Langsam brechen in dieser Zeit die erste Milchzähne durch. Die Milchzähen brechen etwa zur selben Zeit durch, in der sich auch die Augen und Ohren öffnen. Zu diesem Zeitpunkt wird ein normaler Hundewelpe noch gesäugt. 

Bis zum Alter von fünf bis sechs Wochen sollten alle Milchzähne durchgebrochen sein. Hunde haben 28 Milchzähne. Der Prozess des Entwöhnens von der Muttermilch beginnt nun, beziehungsweise ist in vollem Gange. 

Wann beginnt der Zahnwechsel beim Hund?

Viele Hundewelpen ziehen zwischen der achten und zwölften Lebenswoche in ihr neues Zuhause um. Ab der 12. Lebenswoche beginnt der Zahnwechsel. Es ist möglich, dass Ihr Welpe sich nichts anmerken lässt und sie vielleicht einige Reiskorn-große Zähne im Haus finden. Für einige Hunde ist der Zahnwechsel jedoch schmerzhaft und mit körperlichen Problemen behaftet. 

Wann ist der Zahnwechsel beim Hund abgeschlossen?

Bis zum sechsten Lebensmonat sollten alle Milchzähne ausgefallen sein und die bleibenden Zähne durchgebrochen sein. Ein erwachsener Hund hat 42 Zähne (Das sind 10 Zähne mehr als ein Mensch.). Wenn sie nach dem 6. Lebensmonat noch Milchzähne im Maul Ihres Hundewelpen entdecken können, dass sollten Sie Ihren betreuenden Tierarzt aufsuchen.

Altersbestimmung über die Zähne 

Jeder Hund ist ein Individuum. Durch die Mannigfaltigkeit der Hundezuchten zeigen Hunde abhängig von ihrer Rasse und auch individuell zeitliche Schwankungen des Zahnwechsels. Daher kann der Zahnwechsel beim Hund nur bedingt zur Altersschätzung heran gezogen werden. Im höheren Alter können die Haltung und Nutzung und die damit verbundene Beanspruch der Zähne einen Zahnaltersbeurteilung unbrauchbar machen. Bei

Wie kann ich einen Milchzahn von einem bleibenden Zahn unterscheiden?

Milchzähne sind von ihrer Größe her kleiner als bleibende Zähne. Sie haben eine scharfe Spitze und nur eine schmale Wurzel. Mit dem Beginnen des Zahnwechsels zeigt sich zwischen den Milchzähnen ein immer größer werdender Abstand zum Nachbarzahn. Die Zähne wirken irgendwie zu klein für den Kiefer. 

Zahnwechsel HundDurchbruch der bleibenden Zähne beim Hund, Reihenfolge der Zähne beim Zahnwechsel des Hundes: 
ZähneDurchbruch

Schneidezähne (I1-2)

3.-5. Lebensmonat
Eckzahn (C)5.-7. Lebensmonat
Erster vorderer Backenzahn (P1)4.-5. Lebensmonat
Übrige vordere Backenzähne (P2-4)5.-6. Lebensmonat
Erster hinterer Backenzahn (M1)4.-5. Lebensmonat
Zweiter hinterer Backenzahn (M2)5.-6. Lebensmonat
Dritter hinterer Backenzahn (M3) nur Unterkiefer6.-7. Lebensmonat 

 

Bedeutung und normale Form der einzelnen Zähne 

Nach dem Zahnwechsel haben Hunde 42 Zähne. Davon sind jeweils 6 Schneidezähne im Ober- und Unterkiefer, je 2 Eckzähne im Ober- und Unterkiefer, je 4 vordere Backenzähne im Ober- und Unterkiefer, je 2 hintere Backenzähne im Oberkiefer und je 3 hintere Backenzähne im Unterkiefer. 

Schneidezähne 

Die Schneidezähne (medizinisch Dentes incisivi, abgekürzt I) des Oberkiefers stehen bei geschlossenem Kiefer leicht über die Unterkieferschneidezähne vor. Dies bezeichnet man als Scherengebiss, es ist völlig normal. 

Hunde nutzen ihre Schneidezähne um Teile von Fleisch zu reißen und Fleisch von Knochen zu schaben. Auch bei der Fellpflege sind die Schneidezähne sehr wichtig.

Eckzähne

Die Eckzähne des Hundes (medizinisch Dente canini, abgekürzt C) fallen beim Hund durch ihre besondere Größe sofort auf. Der Zahn ist recht spitz und verläuft in einem Bogen nach hinten gekrümmt. Dieser Eckzahn (auch Fangzahn) hat eine sehr mächtige Wurzel, die ihn fest im Kiefer verankert. 

Die Eckzähne eines Hundes haben genau eine Aufgabe, dem Beutetier eine messerscharfe punktuelle Wunde zuzufügen. 

Backenzähne 

Als Prämolare werden die vorderen Backenzähne bezeichnet (abgekürzt P), ihnen folgen die hinteren Backenzähne oder Molaren (abgekürzt M). Die hinteren Backenzähen zeigen sich erst im bleibenden Hundegebiss. Im Milchgebiss des Hundes fehlen sie. Als Reißzähne werden die am kräftigsten geformten Backenzähne des Ober- und Unterkiefers bezeichnet. Im Oberkiefer wird der vierte vordere Backenzahn zum Reißzahn (P4), im Unterkiefer ist es der erste hintere Backenzahn (M1). 

Der erste vordere Backenzahn (P1) bricht zwischen dem 3.-6. Lebensmonat durch, er hat keinen Milchzahn als Vorgänger. 

Die Reißzähne funktioniere wie eine Schere. Sie dienen dazu Fleischstücke aus dem Beutetier herauszuschneiden. Die übrigen Backenzähne dienen vorwiegend der Zerkleinerung von Fleischstücken. 

 

Probleme beim Zahnwechsel erkennen

Es ist sehr wichtig, dass Sie Ihren Welpen daran gewöhnen regelmäßig in sein Maul zu schauen. Je früher Sie beginnen, desto leichter wird er es akzeptieren. Besonders während des Zahnwechsels sollten Sie das Hundegebiss regelmäßig kontrollieren. Schwellungen im Gewicht, Veränderungen der Essgewohnheiten, unerklärliche nächtliche Unruhe und das Reiben des Gesichts am Boden können Anzeichen von Zahnschmerzen sein. 

Achten Sie insbesondere auf folgende Veränderungen:

  • zwei Zähne an der selben Stelle - beziehungsweise der Milchzahn besteht neben dem bleibenden Zahn, so handelt es sich um eine Zahnungsstörung. Hier muss der Milchzahn schnellst möglich entfernt werden, um dauerhafte Schäden am bleibenden Zahn zu vermeiden. 
  • Blutflecken auf den Spielzeugen ihres Hundes, braune Auflagerungen auf den Zähnen oder rotes, ggf. blutendes Zahnfleisch - Dies sind alles Anzeichen von Zahnerkrankungen und können für Hunde mit Schmerzen verbunden sein.
  • Abgebrochene oder gesplitterte Zähne - Verletzungen der Zahnkrone können den Nerven frei legen und zu Schmerzen oder Infektionen führen. Ein abgebrochen Zahn ist ein zahnärztlicher Notfall!
  • Fehlgestellte Zähne - je nach Rasse kann eine abweichende Zahnstellung normal sein, sicherheitshalber sollte ein Tierarzt die Zahnstellung kontrollieren.
  • Wackelige bleibende Zähne - lockere Zähne sind häufig die Folge lang bestehender Zahnfleischerkrankungen.

 

Dem Hund den Zahnwechsel erleichtern

Einige Welpen leiden unter Schmerzen im Kiefer. Verzichten Sie daher während dem Zahnwechsel auf Zerrspiele. Bieten Sie jedoch Kauartikel an, damit der Hund bei Bedarf daran Erleichterung verschaffen kann. Geeignete Kauspielzeuge sind zum Beispiel der „Puppy KONG“. Er ist aus Kautschuk extra dazu hergestellt den Zahnwechsel zu erleichtern. Der KONG kann auch mit weichem Futter (beispielsweise Hüttenkäse) gefüllt werden und aus dem Eisfach heraus angeboten werden. So bietet er neben dem Kauen auch noch eine angenehme Kühlung. 

Aus gegebenem Anlass möchten wir darauf hinweisen, dass Mittel, die den Zahnwechsel bei Kindern erleichtern sollten, in der Überzahl nicht für Hunde geeignet sind. Die meisten Produkte enthalten Xylit, dieser Stoff ist auch in geringen Mengen bereits hoch giftig für Hunde und kann binnen weniger Minuten zum Tod führen (oder chronische Leberschäden hervorrufen). 

Bitte bedenken Sie auch, dass Welpen ihre Umgebung mit dem Maul erkunden. Achten Sie daher darauf Ihre Wohnung Welpensicher zu machen. Lassen Sie Ihren Welpen nicht unbeaufsichtigt. Kabel, Socken, Schuhe und Kleinteile können schnell verschluckt werden. Nicht umsonst sind es meist Welpen und Junghunde, die wegen einem Fremdkörper-bedingten Darmverschluss operiert werden müssen. 

Von klein auf Zahnerkrankungen vorbeugen

Spätestens wenn alle bleibenden Zähne durchgebrochen sind, also mit etwa 6 Monaten, ist es an Ihnen für die Zahngesundheit Ihres Hundes zu sorgen. Hunde haben keinen natürlichen Drang Futterreste zwischen ihren Zähnen mit der Zunge zu lösen. Diese Futterteile können zu einem unangenehmen Atem und  darüber hinaus auch zu Zahn- und Zahnfleischerkrankungen führen. 

Durch regelmäßiges Zähneputzen kann nicht nur die Zahngesundheit, sondern auch die gesamte Gesundheit des Hundes verbessert werden. Regelmäßiges Zähneputzen reduziert nachweislich die Bildung von gefährlichem Plaques und damit die Notwendigkeit für professionelle Zahnreinigungen in Narkose. Die Empfehlung ist die Zähne des Hundes einmal täglich mit einer Zahnbürste zu bürsten (keine menschliche Zahnpasta verwenden!).

Autor: Tierärztin Frau Korte