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Was ist bei einer Hundegeburt normal und wann muss der Tierarzt helfen?

Als Geburtsstörung (medizinisch: Dystokie) wird jeder Zustand bezeichnet bei dem eine Geburt ohne Hilfe nicht möglich ist. Für jeden Halter einer trächtigen Hündin ist es wichtig Anzeichen einer Geburtsstörung zu kennen. Etwa 16% aller Hündinnen benötigen Hilfe bei der Geburt. Bei einigen Rassen, vor allem denen mit großem Kopf, kann in 100% der Fälle keine Geburt ohne menschliche Hilfe erfolgen. Bei Katzen ist menschliche Hilfe nur in Ausnahmefällen erforderlich, daher wird im folgenden vorwiegend auf die Hündin eingegangen.

Wie erkenne ich ob meine Hündin kurz vor der Geburt steht?

Hunde sind etwa 63 Tage trächtig, es kann jedoch zu individuellen Abweichungen kommen. Man rechnet 63 Tage auf den letzten Deckakt, dies ist der errechnete Geburtstermin. Spätestens eine Woche vorher sollten Sie beginnen drei mal täglich rektal Fieber zu messen. Etwa 24-36 Stunden vor Geburtsbeginn fällt die Körpertemperatur um 1°C ab. Die normale Körpertemperatur liegt zwischen 38-39°C. Kurz vor Geburtsbeginn schwillt die Scheide stark an. Unmittelbar vor Geburtsbeginn verweigern die meisten Hündinnen die Futteraufnahme. Bei Öffnung des Muttermundes (Eröffnungsphase) geht fadenziehender klarer Schleim aus der Scheide ab. 

Der Beginn der Austreibungsphase ist gekennzeichnet durch den Abgang von Fruchtwasser, Pressversuche und den Rückgang der Körpertemperatur in den Normalbereich.

Wann braucht meine Hündin tierärztliche Hilfe?

Sie sollten einen Tierarzt aufsuchen, wenn Ihre Hündin den 65. Tächtigkeitstag überschritten hat ohne Anzeichen einer Geburt zu zeigen. Auch die Rückkehr der Temperatur nach einem Abfall in den Normalbereich, ohne dass sich Geburtsanzeichen eingestellt haben, ist ein Grund einen Tierarzt zu kontaktieren. Grüner Vaginalausfluss ist nur dann besorgniserregend, wenn noch kein Welpe geboren wurde. Grüner Ausfluss ist typisch, wenn sich eine Plazenta ablöst. Grüner Ausflugs ist normal, sobald ein Welpe geboren wurde. 

Sollte Fruchtwasser abgegangen sein und auch 2-3 Stunden später wurde noch kein Welpe geboren, dann benötigen Sie tierärztliche Hilfe. Geburten, bei denen mehr als 2 Stunden zwischen den Geburten der einzelnen Welpen vergehen, sollten tierärztlich Überwacht werden. 

Hündinnen, die stark Pressen eventuell sogar jaulen oder stöhnen unter der Geburt und nach 30 Minuten noch keinen Welpen geboren haben, benötige sofort eine tierärztliche Intervention.

In Kürze:

  • 65. Trächtigkeitstag überschritten
  • Nach einem Temperaturabfall steigt die Temperatur wieder, ohne Geburtsbeginn
  • Grüner Ausfluss aus der Scheide, ohne dass vorher ein Welpe geboren wurde
  • Fruchtwasserabgang und auch 2-3 Stunden später kein Welpe geboren
  • Presswehen und nach 30 Minuten kein Welpe geboren
  • Zwischen zwei Welpen vergehen mehr als 2 Stunden

Welche Untersuchungen sind erforderlich?

In den meisten Fälle ist eine allgemeine Untersuchung und eine gynäkologische Untersuchung erforderlich. Um den Zustand der Welpen prüfen zu können sind bildgebende Verfahren wie Ultraschall und Röntgen notwendig. In konkreten Fällen (zum Beispiel bei sehr kleinen Hunden und Hunden, die unter der Trächtigkeit nicht optimal ernährt wurden) ist auch eine Messung des Blutcalciums notwendig. Wir können all diese Untersuchungen zu jeder Tages- und Nachtzeit durchführen, um Ihrer Hündin die Hilfe zukommen zu lassen, die sie braucht.

Welche weiteren Hilfsmaßnahmen können erforderlich sein?

In seltenen Fällen kommt es zu Fehllagen des Welpen, diese können je nach Größe der Mutterhündin durch den Tierarzt korrigiert werden. Gerade bei sehr kleinen Muttertieren sind hier physikalische Grenzen gesetzt. 

Sollte es sich um eine Wehenschwäche handeln, kann mit Infusionen und entsprechenden Medikamenten (Calcium und Oxytocin) die Wehentätigkeit angeregt werden.

Wenn alle konservativen Versuche vergebens waren oder eine konkrete Indikation vorliegt führen wir einen Kaiserschnitt durch. Auch nachts und am Wochenende können wir können Kaiserschnitte jederzeit durchgeführt werden.