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Leptospirose bleibt häufig unerkannt

Der Tod lauert in der Pfütze

Was ist Leptospirose?

Leptospirose ist eine ansteckende und potentiell lebensbedrohliche bakterielle Infektion die von spiralen-artigen Bakterien, sogenannten Leptospiren hervorgerufen wird. Über die letzten Jahrzehnte werden unsere Hunde gegen die häufigsten Stämme geimpft und so die Erkrankung bei unseren Haustieren reduziert. Seit 1990 wird die Erkrankung durch einen neuen Stamm hervorgerufen.  Leptospiren konnten sich eventuell durch eine veränderte Übertragung wieder neu vermehren. Leptospirose kann folgenden Spezies betreffen: Wildtiere (z.B. kleine Nagetiere, Waschbären, Füchse, Rehe, Großkatzen und Seelöwen), Haustiere (Schweine, Rinder, Pferde und Hunde) und Menschen. Einige Tiere fungieren als asymptomatische Träger und scheiden dauerhaft Bakterien mit ihrem Urin aus, werden krank und sterben. Hauskatzen sind wahrscheinlich auf natürliche Weise resistent gegen die Infektion. Leptospiren werden durch Kontakt zu infizierten Tieren übertragen, vor allem durch deren Urin oder über kontaminiertes Wasser. Hunde erkranken vornehmlich im Frühling und Herbst, wenn die Temperaturen im Freien den Bakterien das Überleben ermöglichen.

Wie infiziert sich ein Hund mit Leptospirose?

Die Bakterien benötigen eine feuchte Umgebung. Nach anhaltenden Regenfällen oder sogar Überschwemmungen vermehren sie sich besonders stark. Wildtiere (besonders Nagetiere) sind häufig mit Leptospirose infiziert. In ihrem Urin finden sich große Mengen der Bakterien. Mit Urin kontaminiertes Wasser ist eine der häufigsten Infektionsquellen. Dies ist ein Grund warum Hunde niemals aus Pfützen oder stehenden Gewässern trinken sollten. Aber auch mit Urin kontaminiertes Gras kann, wenn es gefressen wird zur Infektion führen. Zudem können diese spiraligen Bakterien Schleimhäute durchdringen und durch kleine Hautwunden in die Blutbahn gelangen. 

Welche Symptome werden bei Leptospirose gezeigt?

Betroffene Hunde erscheinen gesund und scheiden Leptospiren mit dem Urin aus, mit einem steigenden Risiko für andere Hunde oder Menschen. Manche dieser Hunde entwickeln eine chronische Niereninsuffizienz, was zum Nierenversagen führen kann). Die meisten der betroffenen Hunde zeigen aber die folgenden Symptome innerhalb von 4-12 Tagen nach der Infektion (medizinisch Inkubationszeit):

  • Fieber
  • Muskelschmerzen
  • Steifer Gang
  • Schwäche
  • Konjunktivitis (Bindehautentzündung)
  • Erbrechen und Appetitverlust

Schnell nach dem Beginn der ersten unspezifischen Symptome zeigen einige Tiere schweres Nierenversagen und einige ein Leberversagen. Die Erkrankung kann sich wie folgt zeigen:

  • Verminderte (selten erhöhte) Urinproduktion
  • Verfärbten Urin
  • Starker Mundgeruch
  • Schwere Magen-Darm-Störungen
  • Erbrechen und Durchfall
  • Atemprobleme
  • Erhöhte Blutungsneigung
  • Gelbsucht

Diese Symptome schreiten sehr schnell voran, wenn sie nicht behandelt werden kommt es zum Tod. 

Welche Untersuchungen sind nötig?

Schnelle Diagnose und Behandlung sind wichtig um einen lebensbedrohlichen Verlauf abzuwenden. Der Verdacht stützt sich auf den Kontakt Ihres Tieres zu Wildtieren, typischen Symptomen und dem Vorhandensein eines akuten Nierenversagens. Die Diagnose wird über Blut- und Urinuntersuchung, sowie durch den Nachweis von Antikörpern gegen Leptospiren im Blut bestätigt. Die Untersuchung der Antikörper muss 2-4 Wochen nach einsetzen der Symptome noch einmal erhoben werden um die Diagnose zu bestätigen (falls keine der anderen Untersuchungen den Nachweis erbringen konnte). Dank moderner Verfahren gelingt in vielen Fällen schon ein Erregernachweis über den Urin. Jeder Hund bei dem eine Leptospirose Infektion vermutet wird, sollte behandelt werden, weil er auch für den Menschen potentiell ansteckend ist.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Eine schnelle Behandlung mit einem Antibiotikum verkürzt die Dauer der Erkrankung und verringert den Nieren- und Leberschaden. Im späteren Stadium der Infektion wird weiterreichende unterstützende Therapie benötigt, um das Leben Ihres Tieres zu retten. Die meisten Hunde benötigen eine Intensivtherapie. Einigen Hunden mit komplettem Nierenversagen kann eine zeitweise Dialyse sehr helfen. Allgemein können die Symptome einer Leptospirose so schwer sein, dass ein mehrwöchiger stationärer Aufenthalt notwendig sein kann. 

Wie ist die Prognose?

Die Prognose hängt vom Stadium der Leptospirose Infektion und stark von der Behandlungsintensität ab. Selbst in schweren Fällen ist die Prognose sehr gut, wenn eine Dialyse vorgenommen werden kann. Die meisten Hunde (80-90%) überleben die Infektion mit geringen bis mittelgradigen Nierenschäden, die sich nach Wochen bis Monaten wieder normalisieren können. 

 

Die Impfung gegen Leptospirose für den Hund

Zur Vorbeugung einer Infektion, sollte ein Impfstoff mit vier Leptospirosearten (L4) verwendet werden. Die Sicherheit der Impfung bleibt jedoch unklar. Die derzeit erhältlichen Impfstoffe gegen Leptospirose scheinen keinen Kompletten Schutz zu bieten. Die Impfung führt gelegentlich zu milden Reaktionen (Fieber, verminderter Appetit, allergische Reaktionen), aber der Vorteil eines Schutzes gegen diese potentiell tödliche Infektion überwiegt im Vergleich. Besonders Hunde, die bei Spaziergängen Wasser aus Pfützen oder stehenden Gewässern aufnehmen, die auf einem Bauernhof wohnen oder Kotakt zu Nutztieren haben sollten diese Impfung umbedingt erhalten!

Die Impfung gegen Leptospirose wird von einigen Hundehaltern als unnötig erachtet. Wir möchten Sie ganz gezielt darauf hinweisen, dass Leptospirose eine häufige Erkrankung bei Hunden ist. Die Infektionswege sind sehr vielfältig. Die Impfung wird daher ausdrücklich empfohlen, auch und insbesondere für alte Hund und solche mit geschwächtem Immunsystem - diese sind auf den Schutz besonders angewiesen. Damit ein ausreichender Schutz gewährleistet werden kann, ist eine jährliche Wiederholungsimpfung nötig. 

Leptospirose beim Menschen?

Alle Lebewesen, die sich in der Umgebung eines infizierten Hundes befunden haben sollten sich auf Leptospirose untersuchen lassen.

Leptospirose kann auch auf Menschen übertragen werden. Es ist eine häufige Infektion von Menschen weltweit. Hochrisikogruppen für die Infektion sind unter anderem Tierärzte, Landwirte und Zoofachhändler. Beim Menschen variieren die Symptome von leichten Grippe-ähnlichen Symptomen mit Fieber bis hin zu lebensbedrohlichen Leber-, Hirn-, Nieren- oder Lungenschäden. Halter von infizierten Hunden sollten auf diese Symptome achten und bei dem kleinsten Zweifel einen Arzt aufsuchen. Auf gute Hygiene ist beim Kontakt mit Ihrem Tier zu achten, um potentielle Übertragungen zu vermeiden.