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Katzenaids - keine tödliche Krankheit

Was bedeutet Katzenaids?

Das feline Immundefizienz Virus (FIV) ist der Erreger des Katzenaids. Es wurde erstmals 1986 bei Katzen entdeckt. Es handelt sich um ein Lentivirus (langsames Virus), so genannt weil Katzenaids eine langsam entstehende Erkrankung ist. FIV ist aus derselben Familie von Viren wie das humane HIV, welches AIDS beim Menschen hervorruft. FIV ist nur für Katzen infektiös, der Mensch kann sich also nicht mit dem Katzenaids Virus anstecken. Anders als vor einigen Jahren noch weiß man heute, dass die FIV Infektion der Katze nicht in einen AIDS ähnlichen Zustand mündet. Der Begriff Katzenaids also eigentlich völlig falsch ist.

Eine FIV-Infektion tritt meistens bei männlichen Freigängern auf, die älter als 6 Jahre sind. Die Übertragung erfolgt durch meist durch Bisse beim Kämpfen. Territoriale Aggression sind Ursache für das höhere Auftreten bei Katern. FIV kann auch von der Mutter auf die Katzenwelpenelpen übertragen werden. 12-40% aller kranken Katzen sind mit FIV infiziert. Die Infektion kann nicht geheilt werden. 

Wie sind die Symptome des Katzenaids Virus?

Die meisten Krankheitssymptome bei Katzen mit FIV Infektion, werden nicht durch das Virus selbst hervorgerufen. Katzenaids ist demzufolge eine eher unglücklich Wortwahl. 

In der überwiegenden Anzahl der Krankheitsfälle werden Symptome durch eine andere Ursache beziehungsweise Erkrankung hervorgerufen. Diese Krankheit gilt es zu diagnostizieren und spezifisch zu adressieren. Katzen mit FIV sollten nicht per se als "unheilbar krank" bezeichnet werden. Die Infektion reduziert die Immunabwehr der Katzen und macht sie so anfälliger für andere Erkrankungen, insbesondere für Infektionen. Andererseits kommen auch Überreaktionen des Immunsystems in Folge der Infektion vor, so entstehen Autoimmunerkrankungen bei ihnen häufiger. Nur in sehr seltenen Fällen kann das Virus selber zu neurologischen Symptomen führen. 

Nur in den ersten Tagen und Wochen nach der Infektion kann es zu folgenden Symptomen kommen:

  • leichtes Fieber
  • Abgeschlagenheit
  • Lymphknotenschwellung 

Der akuten Phase folgt eine symptomfreie Phase, die bei vielen Katzen lebenslang anhält. Dies bedeutet einige Katzen werden niemals an Folgekrankheiten erkranken. Die häufigsten Erkrankungen im späteren Verlauf sind:

  • chronischen Zahnfleischentzündung (medizinisch feline Gingivo-Stomatitis)
  • chronischer Katzenschnupfen
  • Lymphknotenschwellung
  • Nierenerkrankung
  • chronischer Gewichtsverlust

Bestimmte Formen von Tumoren bei Katzen, sind auf eine gleichzeitig vorkommende Infektion von FIV positiven Katzen, mit einem speziellen Herpesvirus zurückzuführen. 

Welche Untersuchungen werden zur Diagnose benötigt?

Wenn Katzenaids vermutet wird kann ein Bluttest vorgenommen werden. Ein negativer Test schließt eine Infektion mit FIV nahezu aus, nur sehr frühe Infektionen (in den ersten 2 Wochen) können nicht erkannt werden. Ein positiver Test ist bei gleichzeitig vorherrschenden klinischen Symptomen sehr verlässlich, jedoch können auch falsch-positive Testergebnisse vorkommen. Weiterführende Labortests können zur Bestätigung veranlasst werden.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Die Reaktion auf Behandlungen bei FIV-infizierten Katzen hängt von dem Grad der Schädigung des Immunsystems ab. Mittlerweile gibt es gut erforschte Behandlungsschemata für FIV-infizierte Katzen. Medikamente, die auch beim Menschen eingesetzt werden um die Virusreproduktion zu hemmen können zeitgleich mit anderen Medikamenten (z.B. Antibiotika) eingesetzte werden und verbessern so die Heilungschancen. Katzenaids selbst ist nicht tödlich. Die durch die Veränderung des Immunsystems verursachten sekundären Infektionen, können tödliche Folgen haben. Antibiotika können das Leben Ihrer Katze verlängern, auch wenn das Immunsystem bereits geschädigt ist.

Vorsorge in Form einer zuverlässigen Impfung konnte bisher nicht entwickelt werden. 

Wie ist die Prognose?

WICHTIG: Ein positiver FIV-Test ist kein Grund Ihre Katze einzuschläfern! 

Eine Studie von neudiagnostizierte FIV positiven Katzen zeigte, dass nach 2 Jahre noch 80% leben. Wir wissen nur selten, wann sich eine Katze infiziert hat. Katzen mit frühen Infektionen können 3-4 Jahre oder lebenslang ohne Krankheit leben. FIV positive Katzen sollte im Haus gehaltern werden, damit sich keine weiteren Katzen anstecken können und die Wahrscheinlichkeit von sekundären Infektionen eingeschränkt wird. Katzenkämpfe, das Fangen von Beute und damit verbundene Exposition von Krankheitserregern werden so eingeschränkt. Es sollte auf regelmäßige Entwurmung und Flohprophylaxe geachtet werden, da ihr Immunsystem bestehende Infektionen schlechter bewältigt und sie zusätzlich schwächt. Auf die Fütterung von rohem Fleisch sollte unbedingt verzichtet werden (Infektionsgefahr). Generell werden halbjährliche Kontrolluntersuchungen mit Blutkontrollen empfohlen, um Organveränderungen frühzeitig zu erkennen. Eine weitere Routineimpfung muss für jedes Tier individuell ab gewägt werden, ist jedoch für bei reiner Haushaltung nicht empfehlenswert.