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Gebärmuttervereiterung der Hündin

Eine potentielle Gefahr für jede unkastrierte Hündin

Was bedeutet Pyometra?

Die Pyometra ist eine Progesteron-abhängige (hormonell bedingte) Gebärmuttervereiterung von Hündinnen, seltener bei Kätzinnen. Kurz nach der Läufigkeit, etwa 45 Tage nach dem Eisprung, ist ein erhöhter Progesteronspiegel vorhanden. Progesteron ruft Veränderungen in der Gebärmutter hervor, die notwendig sind, damit sich eine Trächtigkeit einnisten kann. Es birgt beim nicht trächtigen Uterus das Risiko einer bakteriellen Infektion. Bakterien erreichen die Gebärmutter über die normale Scheidenflora oder über das Blut. Escherichia coli ist die häufigste Gebärmutterinfektion beim Hund. Eine erhöhte Häufigkeit tritt bei Hunden auf, die mit Östrogenen behandelt wurden. Die Gabe von Progesteron an Katzen führt ebenso zu einem erhöhten Auftreten.

Die Gebärmutter kann sich nach der Infektion mit Bakterien mit Eiter füllen (Gebärmuttervereiterung/Pyometra). In einigen Fällen öffnet sich durch hormonelle Veränderungen der Muttermund und der Eiter fließt über die Scheide ab. In anderen Fällen nimmt die Füllung ein derartig großes Ausmaß an, dass die Gebürmutter unter dem Druck reißt. Eiter entleert sich dann in die Bauchhöhle. Sollte Eiter in die Bauchhöhle eintreten ist ein Überleben ohne Operation unmöglich. In vielen Fällen kann dann nicht einmal die Operation mehr das Leben eines Hundes retten.


Gebärmuttervereiterung beim Hund erkennen

Eine Pyometra kann mit oder ohne Scheidenausfluss einhergehen. Dies hängt vom Gebärmuttermund ab, ob dieser offen oder noch geschlossen ist. Eine geschlossene Pyometra ruft deutlich schwerere Symptome hervor als eine offene Form, bei der es zu eitrigem oder blutigem Scheidenausfluss kommt. Zudem birgt sie das Risiko einer Gebärmutterruptur, die tödlich enden kann. Die Symptome einer Pyometra können sein:

  • Stinkender Vaginalausfluss (eitrig oder blutig)
  • Appetitlosigkeit, reduzierter Appetit
  • Fieber
  • Lethargie
  • Gewichtsverlust
  • Struppiges Fell
  • Erbrechen und Durchfall
  • Starker Durst und vermehrter Urinabsatz
  • Bauchschmerzen
  • geschwollene Scheide

Manchmal kündigt sich eine Pyometra bereits vorher an. Ein unregelmäßiger Zyklus, verlängerte Läufigkeiten oder gar ausbleibenden Läufigkeiten sind ein Alarmsignal, dass jeder Halter einer Hündin ernst nehmen sollte! Kommen dann akut noch eine geschwollene Scheide und Abgeschlagenheit dazu, sollte unverzüglich ein Tierarzt aufgesucht werden.

Welche Untersuchungen werden benötigt?

Blut- und Urinuntersuchungen zeigen häufig erhöhte weiße Blutkörperchen (Entzündungswerte). Diese können sich so stark erhöhen wie sonst nur bei einer Leukämie möglich. Daneben findet sich häufig Nierenversagen, stark verdünnter Urin und erhöhte Progesteronwerte. Röntgenbild und/oder Ultraschall des Bauchraumes bestätigen die Diagnose. Eine Pyometra kann in seltenen Fällen nur einen Teil der Gebärmutter betreffen (zum Beispiel ein Uterushorn), während im anderen Teil eine intakte Trächtigkeit vorliegen kann. 

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Die Behandlung der Wahl, nach Stabilisierung mit intravenöser Flüssigkeit und Antibiotikum, ist eine operative Entnahme der Gebärmutter und Eierstöcke (Ovariohysterektomie). Für Zuchttiere ist dies eine unvorteilhafte Behandlung. Medikamente, die den Gebärmuttermund öffnen können in Kombination mit einem Antibiotikum gelegentlich mit Erfolg eingesetzt werden. Die Wahrscheinlichkeit einer erneuten Infektion im nächsten Zyklus ist jedoch sehr hoch. Das Vorliegen einer lebenden Frucht sollte durch eine Ultraschalluntersuchung ausgeschlossen werden, bevor eine medikamentöse Therapie eingeleitet wird. Sonst kann es zur Fehlgeburt kommen. Ungeeignet für einen konservativen Therapieversuch sind Hunde mit schlechtem Allgemeinbefinden. Reaktionen auf die Medikamente können umfassen:

  • Unruhe, Hecheln
  • Speicheln, Erbrechen, Durchfall
  • Urinabsatz
  • Weite Pupillen
  • Bei Katzen: Putzen, aufgekrümmte Haltung, wälzen

Die Reaktionen sollten nach 24h wieder nachlassen. Diese Nebenwirkungen sind selten, wenn sie auftreten sollte die medikamentöse Therapie abgebrochen werden. Die Kosten für die operative Behandlung einer Gebärmutterentzündung variieren stark, sie können von 600-1.500€ und darüber hinaus reichen. Die Kosten einer medikamentösen Behandlung richten sich nach dem Körpergewicht des Hundes oder der Katze und können 200-600€ umfassen. Bei einer nicht erfolgreichen Behandlung durch Medikamente, muss anschließend eine operative Behandlung erfolgen. 

Wie ist die Prognose bei einer Pyometra beim Hund?

Einen kurzzeitigen Erfolg ist auch von der konservativen Therapie (das heißt mit Medikamenten) zu erwarten. Zwei Wochen nach der Therapie sollte ein Ultraschall vorgenommen werden, um die komplette Entleerung der Gebärmutter sicher zu stellen. Wenn es sich um ein Zuchttier handelt, sollte in der nächsten Läufigkeit eine Belegung erfolgen. Sollten weiterhin Symptome einer Pyometra bestehen ist eine Operation unausweichlich. Heilung kann nur durch eine operative Entfernung gewährleistet werden. Der kurzzeit Erfolg durch Medikamente liegt zwischen 40-80% bei der Hündin und etwa 85% bei Katzen. 

Ist es bereits zum Riss der mit Eiter gefüllten Gebärmutter gekommen, dann ist die Prognose eher schlecht.