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Milzdrehung oder der kleine Bruder der Magendrehung

Die spontane Drehung der Milz um die eigene Achse führt zur Quetschung der blutableitenden Gefäße (Venen). Durch die zunehmende Stauung vergrößert sich die Milz. Eine Milzdrehung tritt vor allem bei großen Hunden und Riesenrassen (zum Beispiel Deutsche Dogge und Deutscher Schäferhund) mit tiefem Brustkorb auf. Milzdrehungen lassen sich abgesehen von diesen Rassen auch beim English Bulldog feststellen. Eine Milzdrehung tritt als eigenständige Erkrankung oder in Kombination mit einer Magendrehung auf.

Die Ursachen einer Milzdrehung können vielfältig sein, ursächliche können Traumata, vorherige Operationen, auf dem Rücken rollen und vermehrte Bewegung sein. Normalerweise wird die Milz durch Bänder in ihrer Position gehalten, Tiere mit sehr drehungsfähigem Bindegewebe können mit fortschreitendem Alter auch eine Drehung dieser Bänder erfahren, was eine Milzdrehung begünstigt. Laut einer Studie sind 79% der betroffenen Tiere männlich. 

Wie macht sich eine Milzdrehung bemerkbar?

Milzdrehungen treten entweder als akute Erkrankung mit starken, Kolik-artigen Schmerzen und Kreislaufkollaps auf. Einige Verläufe sind jedoch chronischer Natur und sind mit wagen Symptomen verbunden.

  • Bauchschmerzen
  • Erbrechen
  • Appettitverlust
  • Angespannter Bauch
  • Gewichtsverlust
  • Vermehrte Wasseraufnahme und vermehrter Urinabsatz

Welche Untersuchungen sind notwendig?

Eine Röntgenaufnahme des Bauchraums und eine Ultraschalluntersuchung der Milz sind extrem hilfreich um eine Verdachtsdiagnose äußern zu können. Nur in etwa der Hälfte aller Fälle kann durch bildgebende Verfahren eine Diagnose gestellt werden. Blutanalysen und Urinuntersuchung können hinweisgebend sein. In einigen Fällen kann keine gesicherte Diagnose gestellt werden. Eine diagnostische Bauchhöhlenoperation kann dann eine definitive Diagnose bringen.

Wie wird eine Milzdrehung behandelt?

Der Patient muss vor einer Operation stabilisiert werden. In der Regel besteht ein Flüssigkeitsmangel, unter Umständen sind sogar Bluttransfusionen notwendig. Im Anschluss wird die Milz chirurgisch entfernt. Das Zurückdrehen der Milz ist nicht ratsam, da sich in aller Regel Thrombosen und Giftstoffe gebildet haben, die dann in den Körper frei gesetzt würden.

Wird eine Milzdrehung erkannt und angemessen behandelt ist die Prognose sehr gut.