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Tracheotomie - auch eine Dauerlösung

Ein Luftröhrenschnitt (medizinisch Tracheotomie) kann einem Tier das Leben retten. Dabei wird der obere Atemapparat, oberhalb des Kehlkopfes, umgangen. Die Luft fließt direkt über die Luftröhre in die Lunge.

Ein Luftröhrenschnitt ist erforderlich, wenn die Luft nicht ungehindert bis in die Luftröhre strömen kann (zum Beispiel nach einem Trauma, bei Tumoren, bei vielen kurzköpfigen Hunden [brachycephalen Syndrom], Kehlkopflähmung).

Eine vorübergehende Tracheotomie ist nur selten erforderlich, denn häufig kann noch eine Intubation (legen eines Beatumungsschlauches) vorgenommen werden. Man wird versuchen einen Luftröhrenschnitt wo es möglich ist zu vermeiden, denn Luftröhrenschnitt gehen mit einer hohen Komplikationsrate einher.

Komplikationen sind häufig

Die große Mehrheit der Patienten hat nach dem Eingriff erhebliche Komplikationen, die in etwa in 10% der Fälle eine Einschläferung zur Folge haben. Weitere 30% der Patienten sterben infolge ihrer Erkrankung.

Nach dem ein Luftröhrenschnitt angelegt wurde müssen die Patienten sehr engmaschig überwacht werden. Potentiell lebensbedrohlich Komplikationen können sich rasch einstellen. Vor allem der Verschluss des "Atemlochs" (medizinisch Stoma) kommt sehr häufig vor (etwa 15-35% der Patienten). Dabei können zum einen Faktoren von Innen ursächliche sein, wie etwa eine übermäßige Schleimproduktion durch Irritation der Atemwege. Zum Anderen ist es jedoch häufig, dass das Atemloch von Außen verlegt wird. Betroffene Tiere verstehen nicht, dass sie sich nicht auf das Loch legen dürfen oder den Kopf zu weit nach unten nehmen dürfen, damit keine Haut darüber hängt. Das Management solcher Luftröhrenschnitt ist recht schwierig.

Permanente Tracheotomie

In einigen Fällen ist es jedoch möglich durch einen dauerhaften Luftröhrenschnitt das Leben eines Tieres deutlich zu verlängern. Gerade kurzaasigen Hunde, die an schweren Ausprägungen des sogenannten brachycephalen Syndroms leiden, können von einer permanenten Tracheotomie profitieren. Es sind einige Tiere bekannt, die damit jahrelang leben konnten ohne starke Einschränkungen der Lebensumstände.