Wir sind da, wenn Sie uns brauchen seit über 35 Jahren.

Harnröhrenverlegung beim Kater

Wenn die Katze keinen Urin absetzen kann

Fehlender Harnabsatz ist typisch bei einer verlegten Harnröhre. Blasenentzündungen bei Katern sind die häufigste Ursache. Kristalle oder Harngries spielen eher eine zweitrangige Rolle bei der Entstehung dieser Erkrankung. Die wiederholte Behandlung durch Katheter hilft den meisten Katern sehr wenig und führt meist in einen endlosen Teufelskreis. Bei den meisten Katzen ist die Vermeidung einer Blasenentzündung der Schlüssel zur Symptomfreiheit.

 

Wer ist von einer verlegten Harnröhre betroffen?

In den meisten Fällen trifft es übergewichtige Wohnungskater, die sich vorwiegend von Trockenfutter ernähren. Eine vorwiegend Trockenfutter orientierte Fütterung führt bei Katzen zu einem stark konzentrierten Urin. Dieser konzentrierte Urin reizt die Blasenwand und führt dort zur Entzündung. Ebenso führt Übergewicht durch viele sehr komplizierte Mechanismen zu einer entzündlichen Reaktion des Körpers, was sich bei einigen, ungünstig veranlagten Katzen an der Blase manifestieren kann.

Die Harnröhre von Katern ist enger, als die Harnröhre von Katzen. Zudem haben Fleischfresser, wie Katzen und Hunde in ihrem Penis einen kleinen Knochen, der die Harnröhre stellenweise umfasst.

Zumeist gehen einer verlegten Harnröhre einige Episoden von blutigem Urinabsatz oder anderen Anzeichen einer Blasenentzündung voraus.

 

Woran erkennt man eine verlegte Harnröhre?

Katzen mit verlegter Harnröhre haben Probleme beim Urinabsatz. Sie suchen ständig das Katzenklo auf, pressen jedoch ohne Urinabsatz. Übermäßiges Putzen der Genitalien oder schreien beim Urinabsatz können ebenfalls vorkommen.

Diese Symptome sollten nicht ignoriert werden. Diese Situation kann innerhalb von einem Tag lebensbedrohlich werden. Wenn harnpflichtige Substanzen nicht ausgeschieden werden können, dann kommt es zur „Vergiftung“ des Körpers, infolge dessen es zum Tod kommen kann. Bei fehlendem Urinabsatz staut sich produzierter Harn zurück bis in die Nieren, diese können durch den Rückstau erheblichen Schaden erleiden. Ein möglichst zügiger Abfluss des Urins ist daher wichtig.

 

Wie kann man eine verlegte Harnröhre behandeln?

Logischerweise besteht die einfachste Behandlung darin den Urin durch einen Katheter zu entleeren. Dieses Vorgehen hat jedoch verschiedene Nachteile. Zum einen wird mit dieser Methode nicht die Ursache behandelt. Zum anderen führt die Verwendung von gängigen Katerkathetern zu kleinen Verletzungen in der Harnröhre. Diese Verletzungen sind wie kleine Schnitte in der Harnröhre und heilen meist unter Narbenbildung ab. Diese Narbe ziehen sich im Heilungsverlauf zusammen, was eine zunehmende Verengung der Harnröhre hervorruft. Die Wahrscheinlichkeit für Verletzungen steigt, wenn der Kater nicht ausreichend tief während der Katheterisierung narkotisiert ist. Nicht selten wird nach einigen Krankheitsphasen dann eine Harnröhrenerweiterung in Form einer Penisamputation vorgenommen. Das muss nicht sein!

 

Wir versuchen, soweit dies möglich ist, eine Behandlung ohne Harnkatheter vorzunehmen. Entgegen aller Lehrbücher haben wir damit sogar bessere Resultate, als in anderen Studien beschrieben. Wir verwenden gezielt bei Blasenentzündungen von Katzen entzündungshemmende Medikamente (denn üblicherweise sind Meloxicam und andere Wirkstoffe nicht ausreichend wirksam). Wir entleeren eine stark gefüllte Blase durch Punktion und verabreichen Medikamente, die gezielt die Harnröhre erweitern. Diese Medikamente werden über die Phase des Verschluss hinaus einige Wochen weiter verabreicht.

Bei Tieren mit Steinen in der Harnröhre (medizinisch Urolithiasis) nehmen wir die Behandlung mittels Katheter vor, da von einer erneuten Verlegung der Harnröhre auszugehen ist. Nach Stabilisierung dieser Patienten erfolgt eine Operation, bei der alle vorhandenen Steine entfernt werden. Erst danach wird der Katheter entfernt. Die Behandlung von Katzen mit Harnsteinen unterscheidet sich stark von der Behandlung einer obstruktiven Blasenentzündung.

 

Welche Komplikationen können auftreten?

Sollte eine Behandlung sehr spät im Krankheitsverlauf begonnen werden, ist durch den Harnrückstau mit einer verlängerten Erholungsphase zu rechnen. In manchen Fällen behalten die Nieren eine bleibende Schädigung. Selten kommt es nach Beginn der Behandlung zum versterben des Patienten.

 

Was muss nach der Entlassung des Patienten beachtet werden?

Von uns behandelte Katzen, die an einem Harnröhrenverschluss gelitten haben, erhalten bei Entlassung einige Medikamente. Wir zeigen Ihnen genau wie und wann Sie diese geben müssen. Wir stehen für unsere Patienten 24 Stunden telefonisch für Rückfragen bereit. 

In der häuslichen Umgebung der Patienten sind meist einige Änderungen erforderlich. Wir geben Ihnen in einem ausführlichen Informationsgespräch Tipps zur praktischen Umsetzung und Etablierung neuer Routinen im Leben Ihrer Katze. 

Generell ist bei diesen Patienten auf eine ausreichende Wasseraufnahme zu achten. Diese kann durch Fütterung von Nassfutter oder Trinkbrunnen erhöht werden. Erneute Stresssituationen sollten möglichst vermieden werden.