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Katzenkastration, die Vor- und Nachteile

Ab dem 4. Lebensmonat erreichen Katzen ihre sexuelle Reife und sind damit in der Lage Nachwuchs zu zeugen. Die meisten Katzenhalter möchten nicht züchten. Die Kastration von Katzen und Katern beugt ungewolltem Nachwuchs vor. Darüber hinaus reduziert es unerwünschtes Verhalten, das im Zusammenhang mit den Sexualhormonen steht und es reduziert das Risiko für bestimmte Erkrankungen.

  

Gründe weibliche Katzen zu kastrieren

Weibliche Katzen sollten vor dem ersten Freigang kastriert werden. Schon beim ersten Freigang kann eine Katze ungewollt gedeckt werden. Je nach Rasse, Jahreszeit und individueller Entwicklung können Katzen bereits mit 4 Monaten geschlechtsreif werden. Katzen können bis zu 3 Würfe in einem Jahr haben. Die geborenen Kätzchen verwildern häufig, weil Katzen sich zumeist mit ihrem Nachwuchs zurückziehen. Manche Katzenhalter bemerken nicht einmal, dass ihre Katze tragen ist oder Kätzchen säugt.

Katzen schreien in der Rolligkeit (die Zeit in der die Katze bereit zum Paarungsakt ist) verstärkt. Manche Halter finden in der Nacht keinen Schlaf mehr, weil die Katze so laut ist. Die Rolligkeit tritt alle 3 Wochen in den wärmeren Monaten auf, über den Winter ist üblicherweise eine Pause. Die Rolligkeit kann bei bestehender Trächtigkeit ausbleiben. Geschlechtsreife Katzen ziehen geschlechtsreife Kater an, die in der Nähe vermehrt mit Urin markieren, kämpfen und maunzen.

Die Kastration einer Katze ist aktiver Tierschutz. Ungewollte Kätzchen werden medizinisch meist unzureichend oder gar nicht versorgt. Oft sterben Sie schon vor Erreichen der Geschlechtsreife, meistens an vermeidbaren Infektionskrankheiten. Darüber hinaus ist es unwahrscheinlich für alle Kätzchen ein neues Zuhause zu finden.

Unkastrierte Katzen leiden sehr häufig unter einer Gebärmuttervereiterung (Pyometra) oder Gesäugetumoren im fortgeschrittenen Alter. Trächtigkeit und Geburt sind immer auch ein gewisses Gesundheitsrisiko.

Katzen, mit Kätzchen sind die aktivsten Jäger, wenn sie nicht ausreichend gefüttert werden. Sie schaden so der heimischen Fauna. 

Gründe Kater zu kastrieren

Unkastrierte Kater streunen über eine große Distanz und markieren ihr Territorium. Ihr Urin riecht stärker als der von kastrierten Katern. Je weiter ein Kater läuft, desto wahrscheinlicher ist es, dass er nicht mehr nach Hause findet. Abgesehen davon besteht ein großes Risiko Opfer eines Verkehrsunfalls zu werden.

Unkastrierte Kater kämpfen vermehrt und können sich so mit vielen Infektionskrankheiten anstecken (z.B. FIV, FeLV). Kampfverletzungen können zu scherzhaften Abszessen führen.

Harnmarkieren kann auch im Haus auftreten. Durch den Einfluss von Testosteron sind unkastrierte Kater oft aggressiver gegen über dem Menschen.

Die Kastration eines Katers trägt entscheidend zur Reduktion von ungewollten Kätzchen bei. Ein Kater kann sich so viel schneller und öfter Fortpflanzen als eine Katze.

 

Geschlechtsbestimmung bei Kätzchen

Vor allem bei sehr jungen Kätzchen kann es schwer sein das Geschlecht zuverlässig zu bestimmen. Bei ganz jungen Tieren liegen selbst Tierärzte nicht immer richtig. Zum Zeitpunkt einer Kastration (mit 3-4 Monaten) sind Katzen jedoch alt genug um ihr Geschlecht einwandfrei festzustellen.

Weibliche Katzen kastrieren

Es kursieren die verschiedensten Meinungen wann der Richtige Zeitpunkt für eine Kastration ist. Wissenschaftliche Studien zeigen jedoch viele Vorteile einer Kastration vor dem Erreichen  der Geschlechtsreife (also vor dem 5. Lebensmonat). Die Operationszeit ist deutlich kürzer. Junge Katzen erhohlen sich schneller von dem Eingriff als Ältere. Nicht geschlechtsreife Katzen leiden kürzer unter Operationsbedingten Schmerzen. Der Grund dafür ist, dass die Geschlechtshormone in der Pubertät die Entwicklung von Nerven und anderen Gewebearten an Eierstock und Gebärmutter hervorrufen. Vor der Geschlechtsreife kastrierte Katzen haben weniger Schmerzrezeptoren an diesen Organen.

Der Eingriff selber Dauer zwischen 10-20 Minuten. Die Vorbereitung und Einleitung der Narkose können zusätzlich auch etwa 15 Minuten beanspruchen. Nach der Narkose sollte Ihre Katze noch ein paar Stunden zur Überwachung bei uns bleiben. Falls sich in der Haut Ihrer Katze Fäden befinden müssen diese nach 7-10 Tagen gezogen werden. Die Kastrationskosten für eine weibliche Katze liegen meist zwischen 150-200€. 

Alternative zur Kastration bei weiblichen Katzen

Die erste Alternative ist das Rolligkeitsverhalten der Katze auszuhalten oder eine Trächtigkeit zu tolerieren. Eines muss aber jedem klar sein, der seine Katze bedecken lässt. Danach trägt er die Verantwortung für die Kätzchen mit. Können Sie statt einer Katze fünf oder sechs Katzen bei sich halten und medizinisch versorgen lassen? Wenn nicht, dann sollten Sie Ihre Katze kastrieren. Nach dem derzeitigen Überangebot an Katzenwelpen sollte nicht davon ausgegangen werden, dass die Kätzchen vermittelt werden könne.

Mit bestimmten Hormonen kann die Rolligkeit unterdrückt werden. Dazu gibt es beim Tierarzt Tabletten oder eine Spritze. Beide Behandlungen haben starke Nebenwirkungen und beeinflussen die Entwicklung von Eierstöcken und Gebärmutter. In aller Regel müssen die Katzen später kastriert werden, weil sich krankhafte Veränderungen an diesen Organen finden. Diese werden meist direkt durch die verabreichten Hormone hervorgerufen.

Kater kastrieren

Es ist ebenso wichtig Kater zu kastrieren wie Katzen. Die Kastration wirkt dem Streuen, Harnmarkieren (im Haus), Kämpfen und aggressivem Verhalten entgegen. Durch Kämpfe ist die Übertragung des sogenannten Katzen-AIDS oder des Leukämivirus wahrscheinlicher. Beide Viren werden über Katzenbisse übertragen.

Bei der Kastration werden beide Hoden durch einen kleinen schnitt im Hodensack entfernt. Vor der Geschlechtsreife sind weniger Schmerzrezeptoren an den Hoden vorhanden. Eine Kastration vor der Pubertät ist daher schmerzärmer. Der Hautschnitt am Hodensack ist so klein, dass er nicht einmal genäht werden muss. Bei Kater reicht die einmalige Gabe eines Schmerzmittels zum Zeitpunkt der Operation aus. Die Kastrationskosten für einen Kater liegen zwischen 80-120€. 

Alternativen zur Kastration bei Katern

Unter bestimmten Umständen kann man auch Katern einen Kastrationschip implantieren. Dieser Chip ist für Hunde zugelassen, hat sich jedoch bei anderen Tierarten als wirksam gezeigt. Der Chip ist gut verträglich und führt zu einem zuverlässigem Zeugungsverlust. Einige Studien geben jedoch Hinweise darauf, dass es auch nach Abbau des Wirkstoffs nicht in allen Fällen wieder zur uneingeschränkten Zeugungsfähigkeit kommt. Einige Tiere bleiben über Jahre hinweg, andere sogar lebenslang unfruchtbar.

Unschöne Nebeneffekte

Wie alles hat auch die Kastration seine Nachteile. Durch den Wegfall der Geschlechtshormone steigt der Appetit Ihrer Katze stark an, während der Energieverbrauch sinkt. Übergewicht und Fettleibigkeit sind keine Seltenheit und betreffen 60% der kastrieren Katzen. Sie sollten unbedingt im Voraus darüber Nachdenken, wie Sie Ihre Katze idealgewichtig halten können.

Bei der Siamkatze (oder ihren Kreuzungen) kann einmal rasiertes Fell dunkel nachwachsen. Diese dunkle Verfärbung ist nur vorübergehen und verliert sich mit dem nächsten Haarwechsel. Entgegen dem Mythos besteht bei der Siamkatze kein erhöhtes Narkoserisiko aufgrund der verwendeten Medikamente.