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Palliativmedizin

Sobald ein Tierarzt eine tödliche Erkrankung diagnostiziert glauben viele Menschen (auch Tierärzte), dass es keine Behandlungsmöglichkeit mehr gibt. In einigen Fällen befinden sich Tiere bereits in einem Leidenszustand, der wirklich zeitnah eine erlösende Einschläferung erfordert. Diese Patienten sind jedoch in der Minderheit. 

In vielen Fällen wird eine tödliche Diagnose zu einem Zeitpunkt gestellt, an dem es dem Patienten noch relativ gut geht. Eine zeitnah eingeleitete Behandlung kann in diesen Fällen vorhandene Symptome lindern. Eine sofortige Einschläferung ist nicht erforderlich. In der Zeit zwischen der Diagnose einer tödlichen Erkrankung und dem Tod verdient jedes Tier eine palliative Behandlung und sanfte Sterbebegleitung.

 

Einige oft geäußerte Bedenken, wenn es um Palliativmedizin für Tiere geht

Palliative Behandlung und Sterbebegleitung verlängern das Leiden und sind nicht fair einem Tier gegenüber

Bei der tierärztlichen Palliativmedizin steht das Wohlbefinden des Patienten im Fokus. Einfühlsame Behandlung ist das oberste Ziel. Zwischen einer schweren Diagnose und der Notwendigkeit einer Euthanasie besteht immer eine gewisse Zeit. In der palliativmedizinischen Betreuung stehen Sie als Tierhalter, wir als Tierärzte und Ihr Tier in einem ständigen Dialog, um das Wohlbefinden des Patienten zu sichern. Der Ziel ist niemals eine Verlängerung des Leidens. Im Gegenteil, wir wollen Leiden vermeiden und dem Tier erlauben ein lebenswertes Leben so lange wie möglich zu leben, bis der Tod eintritt oder eine Einschläferung notwendig ist.

 

Palliativmedizin ist ein Ersatz für eine Einschläferung

Im Gegenteil zum Menschen ist es uns als Tierärzten erlaubt dem Leiden aktiv ein Ende zu setzen. Für unsere tierischen Patienten umfasst eine Sterbebegleitung Schmerzen zu lindern, Wohlbefinden erhalten und das Tier als Teil der Familie bei sich zu haben, so lange es geht. In den wenigsten Fällen sterben Tiere ohne unser Zutun, zumeist werden wir Tierärzte um eine Euthanasie gebeten.

 

Durch Beobachtung kann bestimmt werden ob ein Tier sich wohlfühlen

Auch wenn viele Tierhalter ein gutes Gespür dafür haben, wann ihr Tier akute Schmerzen hat. Gerade bei chronischen Schmerzen passen sich die Tiere über die Dauer des Schmerzes an. Schmerzen sind dann nicht mehr so leicht zu erkennen. Im Rahmen einer palliativen Behandlung zeigen wir Ihnen wie Sie Schmerzen erkennen können. Wir bleiben in einem ständigen Dialog miteinander um die bestmögliche Schmerzbehandlung für Ihr Tier zu gewährleisten. 

 

Palliativmedizin kann nicht im eigenen Zuhause stattfinden

Mit unserer Unterstützung können Sie als Tierhalter wichtige Behandlungen und Pflegemaßnahmen selbständig Zuhause durchführen. Einige Tiere profitieren von der Anwendung feuchter Wärme oder Kälteanwendungen. Chronische Wunden können auch Zuhause ausreichend sauber gehalten und gepflegt werden. Selbst Medikamente, die täglich gespritzt werden müssen können meist Zuhause vom Tierhalter selbst verabreicht werden. Wir zeigen und üben notwendigen Maßnahmen mit Ihnen gemeinsam, bis Sie sich sicher fühlen dies Zuhause selbst durchzuführen.

 

Tiere in der letzten Lebensphase können Zuhause nicht ausreichend gepflegt werden

Der Zoofachhandel weiß um die immer älter werdenden Tiere und bietet sogar spezielle Betten an, die Druckstellen vermeiden können. Futter- und Wassernapf können erhöht angeboten werden, Stufen vor dem Sofa oder dem Bett, rutschfester Boden, Schlingen aus Stoff um Tiere beim Gehen zu unterstützen, Körperwesten mit Griff und sogar Rollstühle für Tiere sind nur einige Beispiele wie Palliativmedizin in den eigenen vier Wänden umgesetzt werden kann. Mit Hilfe unserer Tierärzte finden wir gemeinsam ein Konzept, das auf Ihre Lebensumstände zugeschnitten ist. 

 

Eine Kontrolle kann nur in der Tierarztpraxis erfolgen

Auch die Tiermedizin ist im nächsten Jahrtausend angekommen. Telemedizin hält auch bei uns Einzug. Via Smartphone können Bilder oder Videos vom Patienten in wenigen Sekunden versendet werden. Verlaufskontrolle können so leicht auch fernmündlich erfolgen. Doch leider lässt sich nicht jedes Problem über die Medien lösen, so dass Tierarztbesuche von Zeit zu Zeit notwendig sind. 

 

Wenn doch Zweifel aufkommen

Niemand sollte sich schäme, auch wenn bereits Palliativmaßnahmen ergriffen wurden, nach einer Einschläferung zu fragen. Sie sind kein schlechter Tierhalter, wenn sie keine Sterbebegleiten in Anspruch nehmen möchten. Zu jedem Zeitpunkt der Behandlung kann eine Euthanasie vorgenommen werden.